Im Gespräch mit Dapel Rahel Gertsch

Dapel Rahel Gertsch, geboren 1980, ist buddhistische Dharma- und Meditationslehrerin. Sie begann ihre Praxis im Meditationszentrum Beatenberg bei Fred von Allmen. 2005, nach einer Begegnung mit dem Dalai Lama, gab sie ihren Beruf als Primarlehrerin auf und reiste mit einem One-Way-Ticket nach Indien. 2008 wurde sie zur Nonne ordiniert. Über 15 Jahre lebte sie in der Gemeinschaft «Dharmadatta», die sie mitgegründet hatte – in Indien, Mexiko und den USA. Nach einer tiefen Erschütterung in ihrer Tradition und einer Erkrankung an Long Covid kehrte sie 2024 in die Schweiz zurück. 2026 legte sie die Robe ab. Heute lehrt sie mit Fokus auf Ökodharma. Zu ihren Quellen zählen Joanna Macy und David Loy. Das Meditationszentrum Beatenberg bleibt ihre spirituelle Heimat.

Im Gespräch erzählt Dapel von einer Reise, die im Schulzimmer begann und in die radikale Hingabe eines klösterlichen Lebens führte. Sie beschreibt den Weg zur Ordination, das Leben ohne Privatsphäre und die Kraft, die sie über viele Jahre trug. Ein zentrales Thema ist der Bruch des Vertrauens: Wie geht man um mit Missbrauch in der eigenen Linie? Wie zerbricht ein Ideal – und was bleibt? Wir sprechen über das Loslassen der Robe, der Rolle und der Gesundheit. Und darüber, wie gerade Krankheit und Krisen zu einer tieferen Praxis führen können. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ökodharma: Wie können buddhistische Methoden uns helfen, der Klimakrise mit Präsenz statt Ohnmacht zu begegnen?

Wir sprechen über:

🪑 Der Einstieg im Beatenberg – Fred von Allmen und die Freiheit der Stille
🎨 Vom Dadaismus zum Dharma – Kunst, Präsenz und der Ruf der Meditation
🧘‍♀️ Die Praxis der Grünen Tara – Archetypen und die Kraft der Visualisierung
🏔️ One-Way-Ticket nach Indien – Unterweisungen beim Dalai Lama und Ordination
🏠 Leben in der Gemeinschaft «Dharmadatta» – Zwischen Indien, Mexiko und den USA
⚖️ Machtmissbrauch und Erschütterung – Wenn das Fundament der Tradition wackelt
🤒 Long Covid als Lehrmeister – Pacing, Körperweisheit und radikales Vereinfachen
🧥 Das Ablegen der Robe – Identität, Abschied und ein neuer Weg im Alltag
🌿 Ökodharma – Handeln ohne Anhaften am Ergebnis in Zeiten der Polykrise

Ein Gespräch über den Mut zur Veränderung, die Integration von Schattenseiten und die Suche nach einem Dharma, der sich mitten in den Herausforderungen unserer Welt verkörpert.

📌 Weitere Informationen: https://www.bodhibaum.ch

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Inhalt
00:00:00 Intro
00:02:09 Wer ist Dapel Rahel Gertsch?
00:05:05 Was bedeutet der Name «Dapel»?
00:06:48 Erster Kontakt mit Meditation
00:14:02 Sylvia Wetzel und feministische Traditionen
00:22:07 Die Begegnung mit dem Dalai Lama als Wendepunkt
00:28:44 Entscheidung zur Ordination als buddhistische Nonne
00:36:23 15 Jahre Gemeinschaft Dharmadatta
00:49:08 Von Indien nach Mexiko: Dharma auf Spanisch
00:54:05 Wie Sprache und Kultur die Lehre verändern
00:58:59 Weiterzug in die USA
01:00:59 Erschütterung, Krise und Long Covid
01:16:15 Verlassen der Gemeinschaft und Rückkehr in die Schweiz
01:21:13 Ablegen der Robe nach 18 Jahren
01:28:28 ÖkoDharma: Von Ohnmacht zu weisem Mut
01:47:40 Infos und Angebote von Dapel